Folgende Tipps sollen Euch unterstützen, Schädlinge zu erkennen und wirkungsvoll mit natürlich zu bekämpfen.
Ebenfalls freuen wir uns auf Eure Anregungen.
Keine Chemie!
Keine Chemie: Mit der Natur gärtnern statt gegen sie – so lautet das Grundprinzip des ökologischen Gartens. Doch ist eine prächtige Pflanzenvielfalt ganz ohne Pestizide und künstliche Düngemittel überhaupt möglich?
Wir zeigen Euch nachfolgend einige Grundregeln für den perfekten nachhaltigen Garten – ganz ohne Chemiekeulen!
Erhalte die Bodenfruchtbarkeit
Der wohl wichtigste Bestandteil des ökologischen Gartens ist der Boden. Er bildet die Grundlage für das natürliche Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen. Legen Sie Ihr Augenmerk daher auf die dauerhafte Bewahrung der Bodenfruchtbarkeit und die kontinuierliche Verbesserung dieser.
Damit sich Saat und Pflanzen uneingeschränkt entfalten können, ist eine sorgfältige und schonende Bearbeitung des Bodens zu Beginn des Gartenjahres das absolute A&O.
Um Wärme, Wasser und Luft den Weg zu ebnen, lockere die Erde zunächst gründlich auf. Verteile anschliessend eine Mulchschicht aus organischem Material wie Kompost, Stroh, Rasenschnitt oder Gartenabfällen gleichmässig auf dem Boden. Diese Massnahme begünstigt eine vorteilhafte Bodentemperatur, regt das Bodenleben an und verhindert zudem, dass Nährstoffe aus dem Boden gewaschen werden.
Einige Ecken Ihres Gartens kannst Du getrost sich selbst überlassen. Bärlauch am Gehölzrand braucht keine Hilfe.
Sorge für Abwechslung im Garten
Eine vielseitige Fruchtfolge – also Mischkulturen – halten den Boden lebendig. Stets dieselben Pflanzen an der gleichen Stelle nehmen dem Boden hingegen automatisch auch immer dieselben Nährstoffe, was langfristig zu einer Ermüdung des Bodens führt.
Um einen erfolgreichen Obst-und Gemüseanbau zu gewährleisten, solltest Du die angebauten Arten über mehrere Jahre wechseln. Solch eine sinnvolle Fruchtfolge erfordert ein wenig Planung, jedoch wird dadurch nicht nur den Boden fruchtbar gehalten, sondern es werden zudem sowohl Schädlinge als auch Schadstoffe im Boden verringert.
Ein buntes und vielfältiges Blumenbeet ist nicht nur optisch ansprechend, es schützt zudem den Boden und deckt den Bestäuber-Insekten reichhaltig den Tisch.
Dünge natürlich, nachhaltig und effizient
Als Faustregel beim nachhaltigen Gärtnern gilt: Chemie, sprich chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel aller Art, sind absolut tabu. Pestizide vertreiben nämlich nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge, die notwendig für den Erhalt der Pflanzen sind. Zudem können chemische Mittel ins Grundwasser gelangen und dieses verunreinigen. Versorge Deine Pflanzen stattdessen ausschliesslich mit organischem Dünger.
Der Anbau von Hülsenfrüchten (Leguminosen) wie Bohnen wirkt sich vorteilhaft auf den Nährstoffgehalt des Bodens aus. Durch die Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln sammeln Hülsenfrüchtler wie Bohnen und Lupinen Luftstickstoff an. Unabhängig von externen Stickstoffdüngern begünstigen sie dadurch Nährstoffe und den Humusaufbau im Boden.
Alternative Düngungsmethoden
Verwende zum Düngen ausschliesslich organische Materialien wie Pflanzenjauchen, Stallmist oder selbstgemachten Kompost.
Weniger ist mehr
Einer der häufigsten Fehler, der beim nachhaltigen Gärtnern gemacht wird, ist wenn man es mit dem Düngen übertreibt. Allerdings solltest Du beachten, dass unterschiedliche Pflanzenarten auch unterschiedliche Mengen an Nährstoffen benötigen. So müssen beispielsweise Zierpflanzen in der Regel weniger gedüngt werden als ein Gemüsegarten. Um den Bedarf an Nährstoffen ihres Gartens individuell zu ermitteln, empfiehlt es sich, eine Bodenuntersuchung durchführen zu lassen.
Organischer Kompost aus Garten-und Küchenabfällen ist eine Wohltat für Pflanzen und Boden – doch solltest Du auch hier auf das richtige Mass achten!
Schützen Deine Pflanzen vorbeugend
Da im ökologischen Garten vollkommen auf Pflanzenschutzmittel verzichtet werden sollte, ist es wichtig, die natürlichen Abwehrkräfte der Pflanzen und die Regulationsmechanismen im Ökosystem zu fördern. So wird die Gesundheit der Pflanzen auf natürliche Art und Weise langfristig erhalten. Neben dem Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und organischer Düngung gibt es noch viele weitere Methoden, Ihre Pflanzen zu stärken.
Vorbeugende Massnahmen zum Pflanzenschutz
Der Einsatz von Pestiziden ist zwar die schnellere Pflanzenschutzmethode – doch langfristig schadest Du damit nicht nur der Umwelt, sondern störst auch massiv das natürliche Ökosystem Deines Gartens.
Beachten Sie Saat-und Pflanztermine! Wähle für die Aussaat und das Anpflanzen geeignete Termine je nach Saison. So unterstützt Du automatisch das natürliche Gedeihen der saisonalen Pflanzen und das ökologische Gleichgewicht im Garten.
Fördere Nützlinge
Bestimmte Insekten, Spinnen oder Vögel fungieren als natürliche Gartenwächter und halten Schädlinge von Deinen Pflanzen fern. Die Ansiedlung kannst Du begünstigen, indem Du Lebensräume und Rückzugsgebiete für diese nützlichen Tierchen schaffst. Baue hierzu geeignete Nahrungsquellen, Nistplätze oder Kleinbiotope an.
Bei der Auswahl an Pflanzen, Knollen, Zwiebeln und Samen, die vielen Nützlingen wie Bienen, Hummeln oder Vögeln als überlebenswichtige Nahrung dienen, hilft Dir unser Arealchef sowie Herbert Bamert (Vorsitzender des IGWS).
Locke Nützlinge wie Igel in den Garten – Sie vernichten für Dich Schädlinge wie Insekten auf natürliche Art und Weise.
Schädlinge absammeln
Prinzipiell solltest Du einen geringen Schädlingsbefall im ökologischen Garten tolerieren, da diese auch die Nahrungsquelle von nützlichen Tieren darstellen. Falls der Befall jedoch ausufert, kannst Du die schädlichen Tierchen mechanisch durch Absammeln oder das Abspritzen mit einem Wasserschlauch bekämpfen. Auch Köder oder Pheromonfallen können hierbei hilfreich sein. Verzichte jedoch in jedem Fall auf den Einsatz von Pestiziden!
Unkraut entfernen
Die regelmässige Beseitigung von Unkraut ist wichtig, damit Deine Pflanzen ohne Einschränkung vollständig gedeihen können. Am einfachsten geht dies mit der klassischen Methode: Hacke und Hände. Um den Unkrautbewuchs von vornherein gering zu halten, ist ausserdem Mulchen empfehlenswert.
Verwende zum Mulchen bitte kein Rindenmulch oder Torfhaltige Materialien, da diese den Boden ansäuern.
Fazit: Nachhaltigkeit zahlt sich aus! Dies spart Dir mit dem Verzicht auf chemische Pflanzenschutz-und Düngungsmittel nicht nur eine Menge Geld, sondern schont auch die Umwelt – ein natürlicher Garten ist am Ende auch schöner.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim ökologischen Gärtnern!







